Der Traum vom Fliegen

Zweifellos ist es ein unübliches Hobby: Segelfliegen steht bei den allermeisten Jugendlichen nicht auf der Freizeitagenda. Dass man schon mit jungen 14 Jahren die Ausbildung zum Segelflieger beginnen darf, wissen dementsprechend nicht viele. „Die meisten unterschätzen oft, dass das Segelfliegen eine absolute Teamaufgabe ist“, beginnt Klaus Berger, Vorsitzender des Fliegerclubs Gladbeck und Kirchhellen (FCGK). Beim Segelfliegen käme es nicht allein auf die Performance in der Luft an, sondern auf das Zusammenspiel des gesamten Teams. „Es sind schon so vier bis fünf Leute an einem einzigen Segelflug beteiligt. Einer sitzt natürlich im Segelflugzeug, aber am Boden sorgt eine Mannschaft dafür, dass der Flieger überhaupt in die Luft gehen kann und danach natürlich auch sicher landet“, wissen wir jetzt. Klaus Berger erzählt: „Das ist das Schöne am Fliegen. Man lernt, Verantwortung für sich und vor allem für andere zu übernehmen. Da die Auszubildenden bei uns sehr früh anfangen, lernen sie diese Verantwortung eben auch sehr früh. Hinter dem Segelfliegen steckt also eine ganze Menge“, ergänzt der Segelflieger.

Damit alle Beteiligten wissen, was sie zu tun haben – ob nun als Flieger selbst oder als Bodentrupp – bedarf es einer ordentlichen Ausbildung. Bereits ab 14 Jahren dürfen Interessierte die Ausbildung beginnen. Schon nach etwa einem Jahr ist das Fliegen ohne Begleitung möglich. Mit 16 Jahren etwa, und das ist der früheste Zeitpunkt, können die Auszubildenden ihre Prüfung ablegen und somit ihre Lizenz zum Segelfliegen erwerben. Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt etwa zweieinhalb bis drei Jahre und ist kostenfrei, da alle Fluglehrer ehrenamtlich im Verein arbeiten. Zur Ausbildung gehört neben dem praktischen auch ein theoretischer Teil. Hier lernen sie in verschiedenen Fächern alles über Navigation, Luftrecht, Meteorologie, Flugtechniken, Sicherheitsaspekte und Krisenmanagement für anspruchsvolle Situationen. In diesen Fächern legen die Auszubildenden eine theoretische Prüfung ab, danach ist die Praxis dran. „Besonders beim Krisenmanagement lernen die angehenden Piloten ihre eigenen, menschlichen Grenzen kennen. Die zu kennen ist wichtig, denn sich selbst zu überschätzen kann zu gefährlichen Situationen führen“, betont Klaus Berger. „Die Flugsaison bei uns ist vom 1. März bis 31. Oktober. Im Winter wird zwar nicht geflogen, da lernen die Prüflinge aber, die Flugzeuge selbst zu warten, sodass sie die jährliche Flugzeugprüfung überstehen.“ Quelle: ‘Lebensart-regional.de‘.

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