Blockiertes Höhenruder

Der kurze Instruktionsflug mit dem Segelflieger im Belpmoos endete im letzten September zwar mit einer sanften Landung. Doch der Pilot hatte beim sogenannten Ausschweben das Gefühl, das Flugzeug sei kopflastig, als ob sich der Schwerpunkt zu weit vorne befände. Er stellte fest, dass er das Höhenruder nicht voll durchziehen konnte. Das Segelflugzeug wurde nach der Landung an einen nächsten Piloten übergeben. Auch dieser bemerkte die Kopflastigkeit, konnte aber ebenfalls ohne Probleme in Bern-Belp landen. Eine Nachberechnung habe gezeigt, dass sich der Schwerpunkt im normalen Bereich befunden habe, heisst es im Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust), die den Vorfall unter die Lupe genommen hat. Aber die Messung der Höhenruderausschläge ergab, dass das Ruder gegen oben «deutlich zu wenig Ausschlag» hatte. Als die vordere Sitzschale entfernt war, wurde eine Bride mit Ferritkern entdeckt, die das Gestänge für die Höhensteuerung behinderte und den vollen Ausschlag verunmöglichte. Es habe nicht rekonstruiert werden können, woher die Bride stamme oder wo sie befestigt sein sollte, steht im Sust-Bericht. Es sei denkbar, dass sie bei Wartungsarbeiten versehentlich in den Rumpf gefallen und im Laufe der Zeit oder während eines Fluges in die Position gerutscht sei. Der Fall verdeutliche, so die Sust, dass sich mit einer visuellen Überprüfung oder Tasten solche Probleme kaum erkennen liessen. Ausserdem könne nicht ausgeschlossen werden, dass während eines Fluges Fremdkörper durch Vibrationen oder Turbulenzen in eine Position rutschten, wo sie zu Einschränkungen führten. In der Vergangenheit hätten solche Gegenstände schon eine eingeschränkte Steuerung oder gar einen Kontrollverlust verursacht, führt die Sust an und erwähnt zwei Flugunfälle in der Romandie. Deshalb sei es nach einer Wartung sowie vor einem Flug wichtig, das Flugzeug nach losen Gegenständen zu überprüfen. Als «inkonsequent» bezeichnet die Sust das Vorgehen in Belp, wo nach ersten Hinweisen auf ein blockiertes Steuer ein Flug unternommen worden sei. Die Einschränkung hätte sich dadurch verschlimmern können. Quelle: ‚Berner Zeitung‚.

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